Ich bin seit 2012 Bäuerin

auf einem typischen Lammertaler Nebenerwerbsbetrieb.

In unserem Stall stehen meist knapp 30 Stück Vieh,

wir züchten reinrassige Pinzgauer & unser Junior hat ein besonderes Faible für seine Ziegen - das gehört sich so auf einem richtigen Bauernhof, sagt er. Die Milch unserer

12-14 Milchkühe liefern wir an die "Salzburg Milch" ab, bei rund 33 ha Wald, 15 ha mehrmädigen Wiesen & unserer Alm

im Postalmgebiet ist zusammen helfen angesagt.

Ein sehr positives Bild über die Schönheit der Landwirtschaft & die vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten einer Bäuerin habe ich in jungen Jahren am Betrieb meiner Freundin Christine in Piesendorf im Pinzgau mitbekommen.

 

 Ich werde bestimmt nie den Geruch beim Betreten des Bauernhauses vergessen, die Wärme vom Kachelofen in der Bauernstube & den Duft der Teekräuter aus dem eigenen Kräutergarten, die auf großzügigen Trockenrahmen ausgelegt waren & zu Teemischungen weiterverarbeitet wurden. Und auch das gemeinsame "Vater unser" am Sonntag vorm Mittagessen sowie die traditionellen Rituale nach dem Tod eines Familienmitglieds haben sich in sehr positiver & merk-würdiger Weise in meine Erinnerungen eingeprägt.

 

 

Erinnerungen sind immer mit Düften verknüpft.

 

Der Duft von Brot, von getrockneten Teekräutern & Gewürzen - der Geruch nach traditionellen Speisen aus den eigenen, landwirtschaftlichen Produkten - nach frischem Heu,

wenn die Ernte eingebracht ist & das Gespür

für gelingendes Wirtschaften ist etwas,

was über Generationen weitervermittelt wird.

Und auch, was es heißt, nicht davon zu laufen,

wenn im Leben ein Sturm aufzieht, die Verwirklichung von Bauprojekten ansteht oder familiäre Herausforderungen

gemeinsam gestemmt werden müssen.

 

Ich bin als Älteste von drei Töchtern auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Kuchl groß geworden.

Wer auf einem Bauernhof aufwachsen darf, ist auf die Sonnenseite des Lebens gefallen.

Mit allen Höhen und Tiefen, die genauso dazu gehören & mit der Bereitschaft, einen 7-Tage-Job zu erfüllen.

 

 Wenn Kinder einen Familienverband erleben dürfen & Talente von Generation zu Generation weiter gegeben werden -

das hat was Bodenständiges. Das Meiste,

was ich an Werkzeug für´s spätere Leben mitbekommen habe, verdanke ich meiner Mama, meinem Papa

& natürlich meinen Omas.

 

 Mit dem, was wir an Rüstzeug auf unseren eigenen Weg mitnehmen, ist es ein bisschen wie mit dem Brot backen.

Es braucht gute Zutaten & es braucht Menschen,

die einen an die Hand nehmen

& vorzeigen, wie es gelingen kann.

 

Eine wichtige Komponente für gutes Brot ist Sauerteig.

 

Er garantiert mir, dass unser täglich Brot bekömmlich wird, luftig locker & haltbar. Alles andere ist Improvisation

& künstlerische Freiheit - fast wie im Leben.

 

Ganz gleich, ob es ein gutes Brot oder ein gutes Leben werden soll - beides hängt von unserem Zutun ab.

Von meinem täglichen Bewusstsein, von der Bereitschaft zum Ruhen und Reifen, von meinem Glauben an das Gute.

 

Nicht jedes Rezept ist automatisch leicht verdaulich.

Nicht jeder Stolperstein oder Schicksalsschlag

ist im ersten Moment als etwas Größeres

oder vielleicht sogar Wertvolles erkennbar.

 

Um herausfordernde Verluste verdauen zu können

braucht es manchmal einen kritischen Blick auf die einzelnen Zutaten.

Ein Patentrezept im Umgang mit der Trauer gibt es dabei nicht.

 

Eine Begleitung in meiner Praxis

kann dich unterstützen, wenn

 

~ du immer wieder auf der gleichen Stelle trittst,

~ das familiäre Miteinander sich verbessern darf,

~ wenn du in deiner Trauer gesundheitlich angeschlagen bist & die Ursache verschleiert ist,

~ wenn du dich nach mehr Lebendigkeit,

Zuversicht & Sinn sehnst.

 

Vielleicht musst du nur euer Familienrezept im Umgang mit dem Tod etwas genauer unter die Lupe nehmen

& bei Bedarf die Zutaten ein klein wenig abändern.

 

Dann kann das Wegstück, das noch vor dir liegt,

durchaus einen leichteren & nährenden Aspekt erhalten.

Mit einem veränderten Blickwinkel geht so manches leichter im Leben.